»Wenn Sie in Paris eine Rolle spielen wollen, brauchen Sie drei Pferde und ein Tilbury für den Vormittag, ein Coupé für den Abend, alles in allem neuntausend Franken für Fuhrwerk. Sie würden Ihrer Bestimmung untreu werden, wenn Sie nicht mindestens dreitausend Franken für Ihren Schneider, sechshundert Franken für den Parfümhändler, hundert Taler für den Schuhmacher, hundert Taler für den Hutmacher ausgeben. Was Ihre Wäscherin betrifft, so würde sie Sie tausend Franken kosten. Junge Lebemänner können nicht umhin, gerade auf ihre Wäsche großes Gewicht zu legen (…). Macht zusammen bereits vierzehntausend. Was beim Spiel, bei Wetten und für Geschenke draufgeht, will ich Ihnen gar nicht vorrechnen! Aber die kleinen Nebenausgaben können unmöglich niedriger als mit zweitausend angesetzt werden. (…) Rechnen Sie zu diesen vordringlich notwendigen Ausgaben noch dreihundert Louis für Kost und tausend Franken für Wohnung. Ja, mein Junge, wir müssen für unsere Ansprüche unsere runden, netten fünfundzwanzigtausend auf dem Buckel haben, oder wir fliegen in den Dreck, setzen uns dem Spott aus und verderben uns die Zukunft, die Erfolge, die Geliebten! Ich vergesse ganz den Diener!
Quelle: Honoré de Balzac: Vater Goriot. München: Goldmann.