Die Herausgabe seiner Tagebücher, »das Tagebuch eines modernen Dandys«[1], bringt uns dieser Tage den Dandy Harry Graf Kessler ins Gedächtnis. Kessler war ein distinguierter Kosmopolit, »der Tausendsassa der internationalen Kontake«, der unentwegt durch die Welt zu reisen schien. Zudem ein engagierter Kunstmäzen und überhaupt kunstbegeistert, so dass »immer dann, wenn das Reisejournal des Grafen uns nach Italien oder Griechenland führt, die Einträge zu kunsthistorischen Betrachtungen und Beobachtungsprotokollen ausufern«. Sein Lebensprojekt war laut Welt ganz dandy-typisch die Ästhetisierung des Alltags. Sein Schicksal ähnelt dem vieler Dandys: Kessler stirbt verarmt, nachdem er sein nicht unbeträchtliches Erbe durchgebracht hatte, in Lyon.
Harry Graf Kessler
Dezember 21, 2007 | Keine Kommentare