Beau Brummell dürfte sich im Grabe umdrehen, dass ausgerechnet US-Amerikaner, dieses Volk der Kommerzialisierung, seinen Namen als Bandtitel missbrauchen. Und angesichts des Sounds, ein unoriginelles Gleichnis der Beatles, schlüge Brummell wohl verzweifelt an den Sargdeckel. Das soll nicht heißen, dass der Sound der Beau Brummells schlecht wäre, ganz im Gegenteil. Es handelt sich dabei um den klassischen Sixties-Sound, der noch heute begeistert. Nur Dandys sind sie offenbar nicht. So scheinen die Beau Brummells auch keine tieferliegenden Gründe für ihre Namenswahl zu haben, die Begründung lautet lapidar: »The combo’s name cleverly hinted at their British-tinged material.« Das stellt Brummell geradezu als Prototyp Englands dar, was ihm wohl kaum gefallen hätte, bringt es ihn doch um seine Originalität. Und doch vereint der Dandy viele der Eigenschaften, die als ‘typisch englisch’ gelten – nachzulesen in Hans-Dieter Gelferts Typisch englisch. Wie die Briten wurden, wie sie sind. Dies ist die übliche Paradoxie des Dandys.
The Beau Brummells
Februar 4, 2008 | Keine Kommentare