Thomas Crown ist nicht zu fassen (1968)

Thomas Crown ist ein Dandy. Kühl, berechnend und darum bemüht das perfekte Verbrechen zu inszenieren - spätestens seit de Quincey die leidenschaftliche Schwäche des Dandys. Nicht etwa, dass Crown es finanziell nötig hätte eine Bank zu überfallen, ganz im Gegenteil. Es geht nur “um mich und das System”, das Leben als Spiel, purer Nervenkitzel. Crown wirft dem kapitalistischen System den Fehdehandschuh entgegen und bringt seine Verachtung durch einen Millionencoup, den er nicht nötig hat, zum Ausdruck. Er plant weitere Banküberfälle im großen Stil, doch dazu soll es nicht mehr kommen. Die Versicherung setzt eine Spezialistin auf ihn an, um ihn zu überführen. Crown lässt sich gelassen auf das Katz-und-Maus-Spiel ein, bleibt aber trotz aller Indizien unfassbar. Selbst als er sich in die Dame verliebt, bewahrt Crown seine kühle Überlegenheit und gelassene Distanz.

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(c) Interfoto USA/SIPA

Im übrigen spiegelt auch sein Lebensstil sein Dandytum: Crown ist reich, hat ein großes Haus mit ästhetisch ansprechendem Interieur, raucht Zigarren, spielt Golf und Polo. Er fährt einen Rolls Royce, ein Dune Baggy (was heute leicht proletarisch wirken würde) und fliegt ein Segelflugzeug. Im Remake mit Pierce Brosnan geht der Dandy in Thomas Crown jedoch verloren - trotzdem die Insignien gewahrt bleiben. Brosnan ist zu sehr Sonny Boy, ihm fehlt das gewisse Etwas, das sich vielleicht in Steve McQueens leicht diabolischen Zügen finden lässt.

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