Rezension: Die Behauptung des Dandys von F. Hörner

Fernand Hörner hat mit “Die Behauptung des Dandys. Eine Archäologie” eine neue kulturwissenschaftliche Untersuchung des Dandysmus vorgelegt. Schwerpunkt ist die Analyse (der Titel sagt es schon) der Behauptung des Dandys - ein Begriff, der leider nicht ausreichend definiert wird, letztlich aber nichts anderes bezeichnet als die (Selbst-)Darstellung und den Habitus des Dandys.

Im ersten Teil greift Hörner auf Anekdoten bezüglich ausgewählter écrivain-dandys zurück sowie auf biographische, friktionale und intertextuelle Bezüge, um darzustellen wie sich der Dandy selbst behauptet und von anderen behauptet wird. Im Gegensatz zu der oftmals vorliegenden Behauptung Brummells als Ur-Dandy, kann Hörner belegen, dass vielmehr Byron das Modell ist, nachdem sich viele der écrivain-dandys modellieren. In einem zweiten Teil widmet sich der Autor erfreulicherweise der Originalität und Exzentrik, denn gerade die Originalität, die eine wichtige Rolle im dandystischen Habitus spielt, wurde in der Dandy-Forschung bislang kaum zufriedenstellend thematisiert. Im letzten Kapitel erfolgt schließlich eine äußerst komplexe, inhaltlich strukturierte Aufarbeitung der Sekundärliteratur, die jedem Einsteiger und auch Kennern ans Herz gelegt sei. Kritisch anzumerken ist hier jedoch, dass einige der in den Fußnoten angegebenen Quellen in den Literaturangaben fehlen und damit unvollständig sind.
Hörner endet schließlich beim schwarzen Dandysmus und verweist auf die noch ausstehende Untersuchung zum Dandysmus im Hip-Hop und Rap, auf die auch wir schon länger warten.

Fazit: Abgesehen von der Verwendung des aufgrund einer mangelnden Explikation nur schwer greifbaren Begriffs ‘Behauptung’ eine äußerst lesenswerte Studie.

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