»The only function of my body was to carry my beautiful face around. It was merely a pedestal for my head.«
Um es mit Bryan Ferry zu sagen, Sebastian Horsleys “Dandy in the Underworld” ist »a masterpiece of filth”. Diese Memoiren beweisen, dass es den Dandy noch immer gibt und er ist äußerst vital.
Horsley distanziert sich deutlich vom gesitteten Dandysmus Brummells. Sein Dandysmus ist schamlos, schockierend und schonungslos. Alkohol, Drogen, Musik, Kunst, Prostitution, Sex, Kreuzigung sind die Stationen seines Leben. Da er durch seine Familie finanziell abgesichert war, musste er nie arbeiten. Horsley sieht sich selbst als Künstler, sein Kunstwerk ist er selbst. Das Leben ein einziger Rausch, zugegeben, kein aktives künstlerisches Schaffen, eher ein kunstvolles Scheitern, das permanent misslingt. Doch Horsley scheitert mit Stil: eine entwaffnende und verletzende Höflichkeit paart sich mit exzentrischer Eleganz. Dazu ein unübertroffener Wit: »We had it all: natural style, unnatural drugs, supernatural tailors.« Horsley ließ sich Anzüge maßschneidern, die sechs Einstecktaschen für Spritzen bereit hielten. Sein vorläufiges Erbe: Das Horsley Shirt mit vier verdeckten Knöpfen.
“Dandy in the Underworld” erschienen bei Harper Perennial – das richtige Buch für den sommerlichen Müßiggang.
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