Ganz beliebt als moderner Dandy ist Bryan Ferry, häufig auch als Pop-Dandy, oder sogar als »Vorzeige-Dandy der Popmusik«, bezeichnet. Gewagte Aussprüche, wie man sie von einem Dandy erwartet, fand man bei ihm zuletzt, als er seiner Begeisterung für Leni Riefenstahl und Albert Speer öffentlich bekannt machte. Der allgemeine Konsens verurteilt Nazi-Kunst, aber der Dandy betrachtet Kunst von jeher einzig aus ästhetischer Perspektive, frei von moralischer Wertung. Das rief vor hundertfünfzig Jahren schon Entsetzen hervor, und so muss auch Bryan Ferry nach heftiger Kritik seine Aussagen nachträglich rechtfertigen.
Was seine Bühnenauftritte betrifft, so pflegt der »stilüberbewusste Vorzeige-Dandy« das Ideal: es gibt keine Zugaben, »Ein wahrer Dandy weiß nun einmal, wann es Zeit ist zu gehen.«
Die Videoclips von Bryan Ferry und Roxy Music sind den künstlerischen Ansprüchen des ehemaligen Kunststudenten Bryan Ferrys entsprechend zumeist ästhetisch gestaltet. Das gilt selbst für Achtziger-Jahre-Vergehen wie ‘Limbo’.
Aktuell macht Bryan Ferry von sich reden, da er eine eigene Modelinie auf den Markt bringen möchte. Er hat natürlich Recht, was P. Diddy kann, kann er schon lange und vermutlich werden seine Entwürfe geschmackvoller und stilsicherer sein.