Dandysme

Historisches, Kulturelles und Literarisches zum Dandy

Begriff des Gentleman

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Dem läßt der Verf. sein Recht nicht widerfahren. Er bezeichnet “gesellige Indifferenz” als einen Hauptzug. Aber jene Selbstbeherrschung , die keinen Affen zur Unzeit und keine Reizung über das Gleichmaß hervortreten läßt; jene Sicherheit und Würde bei rücksichtsvollem und aufmerksamem Benehmen; jener Takt, der keine Verletzung sich erlaubt, aber auch keine von Andern duldet; jene Sorge für den Anstand nur um des Anständes wegen, hat doch einen tiefern, sittlichen Grund, und doch mehr, eine wohlthätige, der ganzen Umgebung sich mittheilende, sittliche Wirkung. Ich möchte den Verf. auf ein Buch verweisen, das freilich jetzt vergessen sein wird, denn es ist vor 10 Jahren gedruckt , “De Vere”, vom Verf. des “Tremaine”, Herrn Ward. Dort heißt es (II, 22):

Mit dem Ausdrucke Gentleman ist’s nicht unsere Absicht, eine gehässige Scheidewand zu ziehen zwischen Hoch und Niedrig, zwischen Rang und Unterordnung, zwischen Reichthum und Armuth. Der Unterschied liegt in der Gesinnung. Wer offen ist, rechtlich und wahr; wer freundlich und wohlwollend ist in seinem Wesen; wer ehrenhaft ist in sich selbst und in seinem Urtheil über Andere; wer kein Gesetz bedarf als nur sein gegebenes Wort, um seine Zusage zu erfüllen, der Mann ist ein Gentleman, und der Mann kann sich finden unter Denen, die das Land bauen. Aber edle Geburt und Auszeichnung führt häufiger in ihrem Gefolge die Gesinnung, die der Armuth und den niedrigen Beschäftigungen oft versagt ist. Darauf und darauf allein gründet sich der Anspruch der höhern Stände, und darum ist das schöne Wort des Dichters auch wahr, wenn er von der Ehre sagt, dem “Gesetz der Könige”:

It aids and strengthens virtue, where it meets her, and imitates her actions, where she is not.

Zitiert nach: “Die Engländer. Von Franz Kottenkamp.” In: Blätter für literarische Unterhaltung. Nr. 104, 14. April 1837.

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