Da wir in den Darstellungen dieses Verf. ein feines und gediegenes Urtheil nicht verkennen können, so wollen wir den Leser noch einige andere Proben von beibem um so weniger vorenthalten. Die erste Schilderung betrifft das unglücklichste Geschöpf, daß fadeste und armseligste unter allen Wesen, die zur menschlichen Gesellschaft gehören , den Stutzer:
“Wißt Ihr, was ein Dandy ist? Es gibt von diesem Thiere wenigstens zehn verschiedene Species. Fängt man bei der niedrigsten an, dies ist der Galanthomme aus der City; es ist derselbe, den ich euch schon bei Gelegenheit von Mr. Jackson’s Mittagessen geschildert habe, wie er damals einer jungen Dame eine Orange präsentirte, indem er die Frucht zwischen zwei Löffelchen nahm und mit einer Miene, die noch weit süßer war als die Orange, mittels seiner feinen Finger in wahrhaft wellenförmigen Bewegungen die zarte Fracht an die schöne Adressatin gelangen ließ. Allein dies ist nur ein gemeines Muster. Man muß die ganze Scala hinaufsteigen, Stufe für Stufe, Rangordnung für Rangordnung, der Geck, der Laffe, der Hasenfuß, der Halbfashionable, der Ganzfashionable u. s. w. alle müssen an die Reihe kommen, bis wir zuletzt den aller Hasenfüße Ausgesuchtesten, das Non plus ultra der “coxcombry” erreicht haben. Er wird sich uns darstellen in der Gestalt eines jungen Mannes, der entweder von Adel oder ein parvenu ist; der letztere Umstand verschlägt nicht«, wenn er nur Geld hat. Das erste Erfoderniß ist, daß er nachlässig und gelangweilt aussehe, nonchalant und ennuyé. Er spricht im Grunde genommen nur wenig, denn das viele Reden schadet seinem feinen Organ. Wenn man die Ehre hat, ihn zu kennen, und ihm zufallig begegnet, so ruft er uns folgendermaßen an: “Oh! how a-a-ye? am gad to see you.” Allein diese Rede gleicht vermöge ihrer Unartikulirtheit der eines Wilden; sie wird in einem halb lallenden, halb kollernden Tone gesprochen, sodaß es scheint, es habe der Sprechende irgend ein Hinderniß in seiner Kehle. Dieses Exemplar ist nun die wahre Essenz der Selbstgenügsamkeit, der Affectation und der Impertinenz. Es verachtet jedes sociale Talent, Witz und gesellige Anmuth, weil ihm selbst diese Elemente gänzlich mangeln; denn er ist einzig geboren, um eine Cravatt zu stecken, einen Halstuchsknoten zu schlingen und zwischen Pomaden und Parfumerien eine Auswahl zu treffen. Sein Stolz ist, Niemand zu erreichen als sich selbst.”
Zitiert nach: Blätter für literarische Unterhaltung. Nr. 24, 24. Januar 1837.