Dandysme

Historisches, Kulturelles und Literarisches zum Dandy

Brummell und die Syphilis

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Beau Brummell. The Ultimate Man of Style, so heißt die großartige Biographie des Ur-Dandys von Ian Kelly, die tatsächlich noch Neues, bislang Unbekanntes über diesen arbiter elegantiae des beginnenden 19. Jahrhunderts liefert.

Kelly forschte in den Archiven und Wettbüchern der Dandy-Clubs White’s und Brooks’s, den Aufzeichnungen von Schneidern und den Archiven der Schulen, die Brummell besucht hatte. Er sichtete die zahlreichen Briefwechsel und Memoiren der Zeitgenossen und Freunde des großen Dandys und schließlich die Aufzeichnungen der psychiatrischen Anstalt in Caen, wo Brummell ein trauriges Ende fand. Nahezu die Hälfte des Buches ist Brummells Zeit in Frankreich, nach seinem sozialen Niedergang, gewidmet. Den zentralen Punkt des Buches bildet der Nachweis, dass Brummell an Syphilis litt und wie diese Krankheit seine Existenz prägte. Damit ist zugleich vages Licht in das Sexualleben des bislang als asexuell oder homosexuell verdächtigten Mannes gebracht. Kelly berichtet unter anderem über Brummells frühe Liebe zu Julia Storer, seinen guten Beziehungen zur Prinzessin Frederica, wie auch über seine Verhältnisse mit den berühmtesten Kurtisanen seiner Zeit.

Ein schönes Extra des Buches sind die den Kapiteln vorangestellten Abbildungen aus der Neckclothiana mit ausführlichen Erläuterungen zur Bindung der berühmten Krawattenknoten, die so vielleicht wieder Eingang in die Kultur zu finden vermögen.

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