Harro Zimmermann trumpft derzeit mit einem äußerst spannenden Aufsatz über den Schriftsteller, Dandy und Agenten Friedrich Gentz (1764-1832). Nach einem unabgeschlossenen Studium bei Kant verkehrte Gentz in den Berliner Salons, wo er durch sein brillantes Wort und seine Unterhaltungsgabe beeindruckte. Er liebte den Luxus, leistete sich pikante Affären und häufte rapide Schulden an. Mit politischen Schriften undÜbersetzungen, darunter Burkes Reflections on the French Revolution, machte er sich einen Namen. Offenbar aus monetären Gründen (politischer Verbündeter wird, wer zahlt) wandelt sich Gentz vom Verfechter der Aufklärung zum Revolutionsverächer und Napoleonfeind – und frappiert die ganze Gesellschaft. Er galt schließlich als »Ikone der Metternichschen Restauration«, wenngleich Metternich – wie so viele andere – ihm kaum zu vertrauen wagte und Gentz bespitzeln ließ.
Friedrich Gentz
Februar 11, 2010 | Keine Kommentare