Dandysme

Historisches, Kulturelles und Literarisches zum Dandy

Zur Psychologie des Dandys

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Arbeiten zum psychologischen Profil des Dandys sind rar. Die französische Psychoanalytikerin Françoise Dolto bescheinigte dem Dandy das Fehlen einer validen Vaterfigur. Ein anderer Ansatz findet sich in Thomas Spence Smiths bereits 1974 erschienenem Aufsatz “Aestheticism and Social Structure: Style and Social Network in the Dandy Life”. Smith argumentiert, dem Dandy eigne eine innere Leere, die er durch die Aufmerksamkeit des Publikums zu füllen bemüht ist. Statt einer festen Identität, modelliere der Dandy sein Ich beständig in Abhängigkeit von den Ansprüchen des Publikums. Seine Identität ist somit von Theatralität durchzogen. Die unverletzbare Oberflächlichkeit des Dandys führt der Autor darauf zurück, dass der Dandy (das Beispiel hier ist Brummell) in einer Zeit lebte, in welcher der Status aufgrund eines permanenten gesellschaftlichen Veränderungsprozesses konstant bedroht war. Dementsprechend rettet sich der Dandy in eine Exklusivität, die innerhalb dieses gesellschaftlichen Zerfalls enge Grenzen absteckt.

Das pathologische Profil des Dandys theoretisiert Smith als parasitär, fußend auf der Sucht nach Aufmerksamkeit und einem Publikum. Zurückführen ließe sich das auf einen frühen Verlust bzw. Mangel der Mutter. Insbesondere oraler Mangel äußere sich in Depression, Sadismus sowie Suchtverhalten.

Hinweise auf aktuelle psychologische Theorien zum Dandy sind erbeten, am Besten per Kommentarfunktion unten. Vielen Dank!

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