Der Autor des 1809 anonym erschienen Pamphlets “Hints to the Bearers of Walking-Sticks and Umbrellas” (das einem gewissen John Shute Duncan zugeschrieben wird) enerviert sich über den übermäßigen Gebrauch des Accessoires. Es gilt ihm als Symbol der Gebrechlichkeit – der körperlichen, noch mehr aber der geistigen. Schließlich sei das englische Wort “imbecillity” auf “in bacillum (on the walking stick” zurückzuführen. Die Zweckentfremdung des Hilfsmittels für Alte und Kranke wird vom Autor offensichtlich nicht gebilligt. Er schimpft auf die Gehstockträger, die zu viel Platz beanspruchen und ihre Mitmenschen störend beeinträchtigen. Dennoch macht sich der Autor die Mühe, eine Typologie des Gehstockträgers zu entwerfen:
1. Der Fechter, üblicherweise ein junger Bursche, der gerade zu seinem ersten Stock gekommen ist und übereifrig Krieg spielt.
2. Der Herumwirbler, meist ein fröhlicher junger Mann, der zum ersten Mal ohne Aufsicht in den Straßen flanieren darf. Er ist übereifrig in der Zurschaustellung seiner Nonchalance und wirbelt seinen Stock mittels eines Lederbandes durch die Luft.
3. Der Argumentierende, der vermittels des Knaufes seines Gehstocks eigene Mängel auszugleichen bestrebt ist. Er trägt den Stock in seiner rechten Hand und drückt den Knauf in seine Linke. Dadurch steht das untere Ende des Stockes, zum Unglück aller Passierenden, zur Seite hin ab.
4. Der Hinterherzieher, schleift seinen Stock träge hinter sich her.
5. Der Parther trägt den oberen Teil seines Gehstocks fest unter’m Arm und hält ihn so in horizontaler Position bzw. leicht nach oben geneigt.
6. Das Einhorn, das Gegenstück zum Parther, trägt den Stock am Knauf und lässt das Ende wie einen Speer oder ein Bayonet nach vorn stechen.
7. Das Drehkreuz, trägt den Gehstock unter’m Arm, so dass er gleichermaßen nach vorne und hinten zeigt.


